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Hilfe_in_der_Ukraine

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Wera Parnizkaja ist 81 Jahre alt. Sie sitzt im Haus der Kultur neben ihrer Nachbarin Ljubow Koropka (69) und wartet, bis sie an die Reihe kommt. Denn einen Arzt gibt es in Nelipiwka nicht mehr. Die einzige Versorgung, die es gibt, ist eine mobile Klinik, die das Rote Kreuz organisiert – mitfinanziert von der Österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (ADA).

Wera Parnizkaja erzählt von ihrem Alltag. Untertags sei
es recht ruhig, da könne man auf die Straße gehen – auch,
wenn immer wieder Einschläge zu hören seien. „In der Nacht
aber“, so sagt sie, „da schießen sie die ganze Zeit.“
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Hintergrund

Hatten einige Dörfer vor dem Krieg
das nächste Krankenhaus in unmittelbarer Nähe, so liegen
diese Kliniken heute auf der anderen Seite der Kontaktlinie – und sind unerreichbar. Hier unterstützt das Rote Kreuz.

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Vier mobile Kliniken organisiert das Rote Kreuz entlang der Kontaktlinie. Es sind medizinische Teams, die in die entlegensten Dörfer direkt im Kampfgebiet fahren, um die dort noch lebenden Menschen zu versorgen - in Gegenden, wo sich die staatlichen Strukturen weitestgehend zurückgezogen haben.
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Alltägliche Leiden werden da zum Problem. Für Pensionisten wie Wera Parnizkaya, die mit der Mindestpension von 2000 Griwna (75 Euro) ihr Auskommen finden müssen, würden Arztbesuche eine teure Tagesreise bedeuten: Viele Untersuchungen in öffentlichen Spitälern sind nicht gratis, hinzu kommen Fahrtkosten, vielleicht sogar Übernachtungskosten und nicht zuletzt Ausgaben für Medikamente. Die mobilen Kliniken des Roten Kreuzes hingegen bieten freie medizinische Basisbehandlung, außerdem sind die Medikamente kostenlos.

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Wera sagt, sie hätte sich gewöhnt an die allnächtlichen Schusswechsel, gehe gar nicht mehr in den Keller. Aber für die im Dorf verbliebenen Familien mit Kindern sind die Kämpfe  ein Wahnsinn. Der Stress, dem vor allem die Jüngsten ausgesetzt sind, sei enorm, sagen auch Mediziner. Kommen ältere Menschen vor allem wegen normaler Alterserscheinungen wie Zucker, Gelenks- oder Blutdruck-Problemen, leiden die Jüngeren hauptsächlich unter ständigem Stress und den Folgen davon: Herzprobleme, psychosomatische und auch psychische Probleme.
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Lida Karitina lebt mit ihren drei Kindern im Dorf Bila Gora. Sie ist Alleinerzieherin. Die kleine Siedlung liegt auf einem Hügel, der den Blick Richtung Süden frei gibt – dort, wo die Kontaktlinie verläuft.
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Ihren Söhnen Timofej (3) und Anton (5) kann sie die nächtlichen Granateinschläge noch als Gewitter verkaufen. Von den Fenstern sollten sie dann wegbleiben. Bei Maksim (8) funktioniert das nicht mehr. „Das ist schwierig zu erklären“, sagt sie.
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Von den staatlichen Zuwendungen in der Karenz gehen sich gerade einmal Öl, Zucker und Getreide für einen Monat aus. Eine Kuh hat die 24-Jährige. Einige Hühner.
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Landwirtschaft kann sie aber nicht betreiben, weil auf den Feldern um das Dorf zu viel unexplodierte Munition herumliegt. Nur mit einem Geldbetrag des Österreichischen Roten Kreuzes wird sie das Haus winterfest machen können.
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Auch abseits der Kontaktlinie haben die Kämpfe tiefe Risse in den Biografien der Menschen hinterlassen. Es mangelt an Arbeit. Das hat auch Alexej Skalivenko (41) bitter erfahren müssen. Hinzu kam eine schwere Rückenverletzung. Mit 1000 Euro Starthilfe des Roten Kreuzes hat er heute aber sein eigenes kleines Business. 
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Er hat eine kleine Garage angemietet, Werkzeug gekauft und repariert Haushaltsgeräte: Teekocher, Küchengeräte, Haushaltselektronik. Gelernt hat er das nie.  „Das Leben hat uns gelehrt“, sagt Alexej Skalivenko.
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Leicht sei es nicht, sagt Alexej, denn seine Kunden seien selbst knapp bei Kasse. "Daher gehe ich mit meinen Preisen soweit hinunter wie es geht", meint der 41jährige.

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Lena und Dmitri Wtowitsch haben mit Hilfe des Roten Kreuzes im eigenen Haus eine kleine Käserei aufgebaut.
„Leicht war es nicht“, erzählt Lena von ihrem kleinen Business. „Vor allem einmal, gute Ziegen zu bekommen.“ In Kiew kauften sie die ersten beiden Tiere und brachten sie mit dem Zug nach Konstantiniwka eine Stadt im Oblast Donetsk. Wie macht man das? „Man kauft ein Ticket für sich und die Ziege“, sagt Lena und lacht. Anders sei es aber einfach zu teuer gewesen.
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Heute überlegen die beiden, einen Schuppen im Garten zu errichten, um mehr Käse zubereiten und lagern zu können. Dann könnten sie auch gereiften Käse verkaufen.
Aber bereits der junge Käse der beiden hat seine Fangemeinde in der Nachbarschaft. Auch am lokalen Markt verkaufen sie bereits.
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„Denn es gibt eben nichts besseres, als ein Käsebrot in der Früh“, sagt Lena.
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