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Bilanz der Menschlichkeit 2019

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Bilanz der Menschlichkeit 2019

Wir sind das Rote Kreuz – und überzeugen durch Menschlichkeit. Wir fragen nicht nach Herkunft, Religion oder politischer Einstellung, oder ob eine Notsituation selbstverschuldet ist oder nicht. Wir handeln neutral.

Menschen machen den Unterschied: Kinder und Jugendliche lernen Menschlichkeit zu leben. Freiwillige Integrationsbotschafter_innen besuchen Schulen. Rettungssanitäter_innen unterstützen beim Aufbau des Rettungsdiensts in Ruanda.
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Mitarbeiter_innen

Die Grundidee des Roten Kreuzes ist einfach: Wir helfen Menschen in Not. So einfach diese Idee ist, so überzeugend ist sie auch. In fast jedem Land der Welt gibt es ein Rotes Kreuz oder einen Roten Halbmond. Für unsere Arbeit – im In- und Ausland – ist mir ein Satz aus unserem Leitbild besonders wichtig: Wir setzen auf das Bewährte und wagen das Neue – für wirksame Hilfe. Unser neues und bewährtes Führungsteam hat bereits bewiesen, dass ihm das gelingt.
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#humanity

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Mut, den es in Zeiten von TikTok, Instagram und YouTube auch im Netz braucht. Bei #humanity wird Menschlichkeit mit Digitalisierung verknüpft und gezeigt, dass das eine vom anderen profitieren kann. Ob auf Social Media oder am Pausenhof – um Menschlichkeit zu zeigen, müssen Kinder und Jugendliche zuerst ihre Werte, Grenzen und Möglichkeiten kennen.
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Soziale Themen wie Zivilcourage und Menschlichkeit sind genauso wichtig wie Mathematik und Deutsch. „Mir ist wichtig, dass die Kinder verstehen, was sie selbst tun können. Ich bin eine mutige Frau, das möchte ich ihnen gern weitergeben“, sagt Teresa Harme, Klassenlehrerin der 3B, Regenbogenvolksschule.

Zivilcourage kann man üben“, ist auch Renate Hauser vom Österreichischen Jugendrotkreuz überzeugt. „Um im Ernstfall eingreifen zu können, muss ich in der Lage sein, Situationen richtig einzuschätzen, und meine Möglichkeiten kennen.“ Genau diese Fähigkeit will das Jugendrotkreuz mit eigenen Übungen vermitteln.
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Wie viel Spaß das machen kann, zeigt der Unterricht in der 3B. Die Drittklässler sind in ihrem Element, als sie zwei Rollenspiele aufführen: einen lauten Streit der Eltern und wie eine alte Dame im Bus von einem anderen Fahrgast umgestoßen wird. Hinschauen, helfen, die Großeltern informieren – Frau Harmer kommt mit dem Notieren kaum hinterher, so viele Meldungen kommen von der Klasse, was man alles tun könnte. „#humanity“ ist über den vielen Notizen in bunter Kreide auf der Tafel zu lesen. „Glaubt ihr, man braucht Mut, um menschlich zu sein? Wer das glaubt, zeigt bitte auf“, bittet Frau Harmer ihre Klasse. Fast alle Hände sind oben. Menschlichkeit braucht Mut, da sind sich die Kinder einig.
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Das Angebot des Themenschwerpunkts #humanity, der bis 2022 gilt, richtet sich im ersten Schritt daher an Lehr- und Betreuungspersonen. Spezielle Workshops vermitteln die digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ebenso wie digitale Tools für den Unterricht und für Jugendgruppen. In der Materialsammlung gibt es Übungen für Kinder und Jugendliche zu den Themen Werte und Zivilcourage sowie humanitäres Völkerrecht und zu den Rotkreuz-Grundsätzen. „Im Laufe der nächsten zwei Jahren werden wir noch einiges zu #humanity hören, wenn weitere Maßnahmen den aktuellen Themenschwerpunkt ergänzen werden. Als Nächstes stehen die Kinder und Jugendlichen selbst im Fokus“, so Hauser. Die Schüler der 3B sind bereits gut gerüstet. „Mir war wichtig, dass sie verstehen, was ‚humanity‘ bedeutet“, sagt Klassenlehrerin Harmer. Eine Lektion, die gut angekommen ist. Alle haben fleißig mitgemacht. „Man darf
Menschen nicht ausnutzen, sondern soll ihnen helfen, statt nichts zu tun“, weiß jetzt die kleine Jyan.
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projectXchange

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Unterrichtsbeginn in der Wiener Mittelschule Singrienergasse im 12. Bezirk. Unruhig rutschen die 25 Schüler_innen auf ihren Sesseln hin und her, tuscheln miteinander. Doch als Juan García-Herreros spricht, ist es plötzlich ganz ruhig.

Alle Blicke richten sich auf den 42-Jährigen mit dem schwarzen Zopf. Der kolumbianische Bassist Juan García-Herreros spielt sonst mit Stars wie Hans Zimmer oder Elton John. Für das projektXchange tauscht er als Integrationsbotschafter die Bühnen dieser Welt gegen österreichische Klassenzimmer.

„Von einem Tag auf den anderen hab ich alles verloren: mein Essen, mein Land, meine Freunde. Ich war neun“, erzählt er. García-Herreros berichtet vom Drogenkrieg in Kolumbien. Von seiner Angst, am Schulweg erschossen zu werden. Von der Flucht seiner Familie nach New York, als die Gefahr zu groß wurde. Eine Erfahrung, die er mit einigen Schülern im Sesselkreis teilt. „Als ich noch in Syrien war, habe ich fast dasselbe erlebt. Meine drei Brüder sind tot – wegen dem Krieg“, sagt plötzlich ein blasser Bub mit schwarzer Bomberjacke. Alle hören ihm zu. Die Klasse rückt eng zusammen.
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Es sind Momente wie diese, die das projektXchange ausmachen. „Durch Begegnungen können wir am besten verstehen, wie schön sich ein Miteinander der Kulturen anfühlt“, erklärt Markus Priller vom Roten Kreuz die Idee. „Juan war einer unserer ersten Botschafter“, erinnert er sich an den Start im November 2009. Damals meldeten sich innerhalb weniger Wochen Hunderte Personen als Integrationsbotschafter_innen, darunter viele Prominente wie die TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer oder der Fußballer Ivica Vastić.

Sie alle besuchen Schulklassen und erzählen ihre ganz persönliche Geschichte – zeigen den Schüler_innen, dass kulturelle Vielfalt etwas Bereicherndes ist. Mehr als zehn Jahre sind seitdem vergangen. Heute ist das projektXchange „nötiger denn je“, wie Priller findet. Immer wieder erlebt der Rotkreuz-Mitarbeiter, dass die Persönlichkeit des Einzelnen sofort in den Hintergrund rückt, sobald klar wird, dass jemand aus einem anderen Land kommt. „Statt den Menschen mit seiner Individualität und seinen Kompetenzen sehen viele den Migranten oder Flüchtling. Das wollen wir ändern“, sagt Priller.

Afghanistan, Serbien, Türkei – insgesamt 14 Länder notiert die Klassenlehrerin an die Tafel, als die Schüle r_ innen Juan García-Herreros erzählen, wo ihre Wurzeln sind. In fast allen diesen Ländern hat García-Herreros bereits Konzerthallen gefüllt, ist dort auch unter seinem Künstlernamen „Snow Owl“ bekannt. Er kennt die Stars aus den Herkunftsländern der Schüler_innen, erzählt, dass er mit einigen bereits aufgetreten ist – das verbindet. Für den Moment ist Juan García-Herreros einer von ihnen. „Wir alle sind Ausländer“, platzt ein Bub plötzlich voll Stolz heraus. Die Klasse lacht. „Hört gut zu, was ich euch sage. Ehrt eure Traditionen. Jeder von euch ist ein Botschafter für sein Land. Mit allem, was ihr sagt und tut. Du bist eine Brücke zwischen Österreich und Syrien“, sagt Herreros und blickt zu dem blassen Buben.
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Mein Traum war es, Musiker zu sein. Ich habe nie aufgegeben, egal wie groß die Herausforderung war“, sagt er. Zu Beginn seiner Karriere hatte er nur seine Bassgitarre, lebte sogar auf der Straße. „Ich habe am Boden nach Münzen gesucht, um mir für einen Dollar einen Burger kaufen zu können“, erinnert er sich. Eine Zeit, die ihn geprägt hat und die ein Grund für sein Engagement als Integrationsbotschafter ist.

„Ich sehe es als Pflicht, etwas zurückzugeben – Menschen zu helfen, die in schwierigen Situationen sind, wie ich es einmal war“, sagt er. Den Schüler_innen gibt er dabei vor allem eines: den Mut, an sich zu glauben. „Ihr habt die Chance, alles zu erreichen. Wenn ihr einen Traum habt, gebt nie auf. Kämpft dafür“, sagt er. Dann greift er zu seiner Bassgitarre und spielt noch einmal für sie.
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Rettungsdienst Ruanda

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Wenn man in Ruanda die Rettung ruft, kann es schon mal mehrere Stunden dauern, bis sie da ist. Denn obwohl rund 90 Prozent der zwölf Millionen Einwohner krankenversichert sind, gibt es noch keinen flächendeckenden Rettungsdienst. Manche größeren Spitäler – längst nicht alle – verfügen über ein, zwei Rettungswagen, die sich bei einem Notfall in Bewegung setzen. Sie müssen derzeit allerdings noch ohne spezialisiertes Fachpersonal auskommen, sie sind lediglich mit einem Fahrer und einer Krankenschwester unterwegs, die in aller Regel nicht auf Notfälle spezialisiert ist.

Das Österreichische Rote Kreuz will das ändern und hat die erste Rettungssanitäter-Ausbildung Ruandas ins Leben gerufen. Dazu wurden, in Zusammenarbeit mit dem Ruandischen Roten Kreuz sowie der Else Kröner-Fresenius-Stiftung und basierend auf den langjährigen Erfahrungen aus Österreich, ein Berufsprofil, ein Ausbildungscurriculum und ein Leitfaden für Ruanda erarbeitet. Bis Mitte 2021 werden die ersten 80 Sanitäter des ostafrikanischen Landes im Einsatz sein. 18 wurden bereits vom Roten Kreuz ausgebildet und sind an zwei Krankenhäusern – in Nyamata und Kibilizi – im Einsatz.
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