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1,5 Millionen syrische Flüchtlinge haben Schutz im Nachbarland Libanon gefunden. Damit nimmt der kleine Staat mit vier Millionen Einwohnern proportional die meisten Flüchtlinge weltweit auf. Der Libanon stößt dadurch an die Grenzen seiner Ressourcen, die Armut der Bevölkerung steigt und damit auch die sozialen Spannungen zwischen den Geflüchteten und den Aufnahmegemeinden.

Ein Ausweg? Die bedingungslose Bargeldhilfe des Roten Kreuzes hilft, die größte Not zu lindern. Wir haben Familien getroffen, denen mit einem Geldbetrag geholfen wurde.

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Hanna ist 28 Jahre alt und kommt aus Homs, Syrien. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen Khaled und Taleb, ist sie 2013 in den Libanon geflüchtet. 

Mittlerweile ist Hanna Mutter von fünf Kindern - und nach der Scheidung von ihrem Mann alleinerziehend. Sie lebt in einem der unorganisiert entstandenen Zeltlager in Hermel. Die Wohnsituation ist prekär: Die sechsköpfige Familie teilt sich ein Zelt mit zwei Räumen.

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Hanna und ihre Familie profitieren vom Rotkreuz-Bargeldprogramm. Die Familie erhält 17 Monate lang 175 Dollar pro Monat als Guthaben auf eine Wertkarte. Im Winter, wenn das Leben besonders hart ist, kommen 75 Dollar dazu.

"Bevor wir die Unterstützung des Roten Kreuzes erhalten haben, wusste ich oft nicht, wie ich täglich das Essen auf den Tisch bringen soll. Kleider oder Medikamente für meine Kinder konnte ich mir einfach nicht leisten", erzählt Hanna.

Jetzt ist die Anschaffung dieser lebenswichtigen Dinge möglich und wenn einmal keine großen Ausgaben anstehen, kann sie ein wenig Geld zur Seite legen um für Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein. Ein gutes Gefühl, das ihr Hoffnung für die Zukunft gibt.

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"Zieh dir deine Jacke an, bevor du raus gehst"


Diesen Satz zu seinem Kind sagen zu können, bedeutet die Welt für Ali Alaziz Albredi. Dank der Bargeldhilfe des Roten Kreuzes, kann der Vater seinen vier Kindern warme Kleidung bieten.

Nach den Bedürfnissen der Kinder ist es das kleine Haus, in dem sie leben, das die größten Kosten verursacht. Ob Miete oder Strom: Endlich ist Familie Alaziz Albredi in der Lage, die Rechnungen zu bezahlen.

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"Hier gibt es nur sporadisch die Möglichkeit auszuhelfen, beispielsweise im Gemüseanbau. Das ist aber stark abhängig von der Saison und meistens sehr schlecht bezahlt. Kaum genug um eine Familie durchzubringen.

In Syrien war ich selbstständiger Schneider und in verschiedenen Fabriken angestellt. Aufgrund der Krise gab es irgendwann keine Arbeitsmöglichkeiten mehr und wir mussten fliehen. Wir hatten bis dahin ein wirklich tolles Leben.

Im Libanon habe ich sofort versucht, Arbeit zu finden. Leider ohne Erfolg. Erst hier in Hermel habe ich eine Anstellung in einem Supermarkt gefunden. Dort habe ich einige Zeit arbeiten können, bis ich von einem lokalen Schneider angestellt wurde. Ich arbeite jeden Tag von 9 bis 19 Uhr für umgerechnet 10 Dollar."

Zusätzlich zu diesem Verdienst ist die Bargeldhilfe des Roten Kreuzes eine wesentliche Stütze für die Familie.

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Sahira Skandar mit ihrem Sohn Ali (21), der wie sein Bruder Shadeh (26) voll pflegebedürftig ist. Die fehlende Mobilität der beiden bringt die Familie aus Hermel im Libanon seit Jahren an ihre Grenzen. Sahira und ihr Mann Jamil haben noch einen weiteren Sohn und zwei Töchter.

Die Eltern sind seit 35 Jahren verheiratet, aber haben kaum Zeit füreinander. Ihre Töchter sind zwar beide verheiratet und ihr dritter Sohn ist jeden Tag in der Schule, aber die Pflege von Shadeh und Ali nimmt sie rund um die Uhr in Anspruch.

Beide Söhne müssen künstlich ernährt werden. Dafür sind teure Geräte nötig und das Essen muss täglich besorgt und zubereitet werden.

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Sahira und Jamil sind zudem beide sehr krank. Jamil kämpft seit 20 Jahren mit Nierenproblemen. 2009 erlitt er ein doppeltes Nierenversagen. Die Transplantation einer Niere, die ihm seine Frau spendete, rettete ihm das Leben. Doch er ist von teuren Medikamenten abhängig, die sie sich kaum leisten können.

Die Bargeldunterstützung des Roten Kreuzes kann zwar nicht die gesamten Kosten der Behandlungen und Medikamente decken, jedoch gibt ihnen der monatliche Betrag eine Sicherheit, für die sie sehr dankbar sind.

„Unser Mixer, den wir für die Zubereitung des Essens unserer Söhne benötigen, ist letzten Monat kaputt gegangen. Ohne die Rotkreuz-Unterstützung hätten wir uns kein neues Gerät leisten können.“

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Trotz ihres Schicksals sind die  Skandars glücklich und lachen viel. Sie sind gerne aktiv und hoffen, dass auch sie irgendwann ein normales Leben führen können. Sie wünschen sich, auch mal gemeinsam etwas unternehmen zu können und wollen mehr Zeit mit Nachbarn und Freunden verbringen.

„Sorgen und Traurigkeit sind in unserem Haus nicht erlaubt. Wir würden alles für unsere Kinder tun und wollen nur, dass sie so glücklich wie möglich ihr Leben leben," sagt Jamil.

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Standardisierte Hilfsgüter wie Hygienesets oder Nahrungsmittelpakete sind im Libanon unentbehrlich. Jedoch können damit häufig nicht alle existenziellen Bedürfnisse gedeckt werden. So benötigt eine Familie Medikamente für die Behandlung einer Krankheit, während eine andere die nächste Monatsmiete oder die Stromrechnung nicht begleichen kann. Durch wiederholte Hilfszahlungen ermöglicht das Rote Kreuz den Menschen ihre Bedürfnisse maßgeschneidert zu stillen.

Unterstützt vom Österreichischen Roten Kreuz und mitfinanziert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (ADA), haben bisher 250 Familien Bargeld erhalten. Die geflüchteten Menschen erhalten auf diese Weise ein Stück Freiheit, Eigenverantwortung und Würde zurück und gleichzeitig fördert jeder Einkauf die lokale Wirtschaft. So werden aus Schutzsuchenden willkommene Nachbarn. Damit leistet das Rote Kreuz einen aktiven Beitrag zur Vermeidung von Konflikten und zur Integration.


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