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Bilanz der Menschlichkeit 2017

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Warum steigt die Nachfrage nach Pflege zu Hause?

Manisheh Jawad: Die meisten Menschen wollen, auch wenn sie gesundheitlich eingeschränkt sind, solange es geht, zu Hause, selbstständig, selbstbestimmt und gut versorgt leben können. Dabei brauchen viele von ihnen Unterstützung in der Pflege und Betreuung; und die gibt es – von uns.

Was passiert, wenn Pflegebedarf besteht?
  

Wir kommen zu den Menschen nach Hause und erheben den Pflegebedarf. Ob es Hilfe bei der Körperpflege, regelmäßiger Verbandwechsel oder die Unterstützung durch den Besuchsdienst ist – all das können wir ermöglichen. Über die Monate wird der Bedarf regelmäßig überprüft und, wenn notwendig, angepasst.

Kann man sich auf Pflegebedürftigkeit „vorbereiten“?

Es hilft, wenn die Menschen Zeit haben, sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Einen Rollator zum Beispiel verbindet man mit alt sein, gebrechlich sein. Das möchte niemand. Wenn sich aber über einen längeren Zeitraum hinweg die Beweglichkeit langsam verschlechtert und man Schritt für Schritt Unterstützungsmöglichkeiten kennenlernt und nutzt, wird so eine Gehhilfe als Unterstützung im Alltag und als Erleichterung empfunden.





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Wie unterstützen die Rotkreuz-Mitarbeiter die Planung der Pflege?

Einfühlsame Beratung ist besonders wichtig. Wir schätzen ein, was die Klienten an Unterstützung brauchen. Oft geht es dabei um ganz praktische Dinge: Ist der Haushalt sicher? Gibt es Stolperfallen wie Teppiche? Welche einfachen und praktischen Dinge gibt es zur Unterstützung im Alltag, und wo bekommt man sie? Wenn das tägliche Sockenanziehen mit einem Hilfsmittel zum Beispiel keine schmerzhafte Prozedur mehr ist, verbessert das schon ein wenig die Lebensqualität.

Was macht den größten Unterschied zwischen stationärer Pflege und der Pflege zu Hause in Ihrer Arbeit aus?

Man verbringt viel mehr Zeit mit dem Klienten, kann daher Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen. Schließlich betreut man die Menschen im persönlichen, vertrauten Umfeld oft monate- oder jahrelang.


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Was sind die Herausforderungen dabei?

Wie unsere Arbeitstage ablaufen, hängt ganz davon ab, wie es unseren Patienten geht. Wenn jemand gestürzt ist, mehr Unterstützung oder andere Medikamente braucht, ergeben sich Umstände, die nicht vorhersehbar oder planbar sind. Manchmal wird’s daher ziemlich stressig.

Was ist die Belohnung dafür?

Wenn ich sehe, dass die betreuten Personen Fortschritte machen, dass es ihnen gut geht und sie sich wohlfühlen – das macht mich froh und stolz. Unsere Tätigkeit ist abwechslungsreich und wir bekommen von den Klienten und ihren Angehörigen sehr viel zurück. Für mich ist es ein wunderbarer Job.


Warum pflegen Sie beim Roten Kreuz?

Ich finde es toll, in einer internationalen Organisation zu arbeiten, mit deren Werten und Leitbild ich mich identifizieren kann. „Aus Liebe zum Menschen“ ist für uns im Roten Kreuz der Motor, nicht primär wirtschaftliche Interessen – das finde ich gut.

  


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Wenn es schnell gehen muss, dann ist Leonard Hecht zur Stelle. Als First Responder ist der ausgebildete Sanitäter oft der Erste am Einsatzort, wenn in seiner Nachbarschaft Erste Hilfe gebraucht wird. Im Sommer kann es schon einmal passieren, dass Leonard nur mit Badehose und T-Shirt in fremden Wohnzimmern steht. „Dann“, so erzählt der 24-jährige Niederösterreicher, „geht es wirklich um jede Minute.“

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Das war auch vor gut einem Jahr der Fall. „Beobachteter Atem-Kreislauf-Stillstand eines Siebzigjährigen“: Dieser Notruf ging damals bei der Leitstelle ein. „Die Tochter des Patienten hat 144 gewählt und sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. Drei Minuten später war ich vor Ort, und wir haben ihn gemeinsam re­animiert“, erzählt er. Kurz darauf trafen der Rettungswagen und der Hubschrauber ein. Da atmete der Patient bereits wieder und konnte ins Krankenhaus geflogen werden.

„Das rasche Eingreifen hat dem Mann vermutlich das Leben gerettet“, erinnert sich Leonard, der nur wenige Meter vom Einsatzort wohnt. Der Pensionist hatte einen Herzinfarkt erlitten. Dank der schnellen Hilfe war er zwei Wochen später bereits wieder zu Hause.

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Leben retten ist Teamarbeit


Nicht immer geht es so glimpflich aus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Notfällen mit Todesfolge. „Eine sofortige Reanimation erhöht die Chance auf ein Überleben dramatisch. Leben retten ist immer Teamarbeit. Jede Minute, die wir durch zusätzliche Teammitglieder gewinnen, ist für Patienten ein Riesenvorteil“, sagt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes.

Deshalb setzt das Rote Kreuz zusätzlich zu Rettungswagen, Notarzt und Hubschrauber in vielen Ge­genden Österreichs auf sogenannte First Responder. Diese ausgebildeten Rettungs- und Notfallsanitäter werden bei Notfällen in ihrer Nachbarschaft alarmiert und sind oft vor der Rettung beim Patienten. Im Schnitt brauchen sie sechs Minuten zum Einsatzort.

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Leonard Hecht leistet seit zwei Jahren neben seinem 40-Stunden-Job als Maschinenbautechniker in der niederösterreichischen Gemeinde Himberg bei Schwechat gemeinsam mit sechs weiteren First Respondern in seiner Freizeit lebensrettende Hilfe. Rund 400-mal war das Himberger Team 2017 im Einsatz. Die Ausrüstung: ein 15 kg schwerer Rucksack, der mit Notfall-Equipment gefüllt ist.

„Das Teamwork funktioniert super. Als First Responder leistest du so viel Vorarbeit wie möglich“, erklärt Leonard. Dazu gehört neben der Erst- und Wundversorgung die Erhebung der Gesundheitsdaten, wie Blutdruck und Puls, aber auch der Krankengeschichte – wichtige Informationen für das eintreffende Rettungsteam.

„Wenn der Patient im Rettungsauto liegt, ist dein Job erledigt“, erklärt Leonard die Rollenverteilung. Oft bleibt er aber auch noch kurz und kümmert sich um die Angehörigen. In Extremsituationen informiert er das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes.

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Schnelle Hilfe in der Nachbarschaft

Als gebürtiger Himberger kennt Leonard die Menschen, die seine Hilfe benötigen, häufig. „Die Leute vertrauen dir eher, wenn sie wissen, dass du mit ihrem Kind in die Schule gegangen bist“, ist er überzeugt. Ein weiterer Vorteil des Systems sind die guten Ortskenntnisse der First Responder. Hilfreich sei das vor allem bei Unfällen an Badeseen oder in unübersichtlichen Wohngegenden, so Leonard: „Wenn man einmal da war, dann weiß man sofort, wo man hingehört, ohne dass man sich lange orientieren muss.“
So schnell Leonard am Einsatzort ist, so schnell ist er auch wieder zu Hause. First-Responder-Einsätze dauern oft nur 20 bis 40 Minuten. „Das lässt sich gut in mein Leben integrieren. Mein Arbeitgeber, meine Familie und Freunde sind sehr tolerant, was das angeht. Es ist mir niemand böse, wenn ich während des Abendessens aufspringen muss oder einmal eine halbe Stunde zu spät ins Büro komme“, erzählt er.

Freude am Helfen

„Die Patienten vertrauen auf das, was ich tue, sie fühlen sich durch meine Gegenwart sicherer. Das sind die Momente, die alles andere vergessen machen“, sagt Leonard, der seit 2014 als freiwilliger Rettungs­sanitäter für das Rote Kreuz tätig ist. „Mir macht es einfach viel Freude, zu helfen.“ Dazu möchte er auch andere motivieren, denn: „Je mehr wir sind, desto größer ist die Chance, dass Menschen optimal versorgt werden können!“

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Herr Präsident, wie entwickeln sich die Bildungsprogramme des Roten Kreuzes?

Gerald Schöpfer: Gar nicht. Aber unsere Lernprogramme wachsen prächtig.

Wo liegt der Unterschied?

Sinnerfassend lesen zu können ist eine Schlüsselkul­turtechnik. Indem wir sie vermitteln, schaffen wir die Voraussetzung für Bildung. Bildung selbst kann man sich dann nur selbst aneignen. Wir können höchstens, gemeinsam mit der Schule, darauf neugierig machen.

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Wie beurteilen Sie die Bildungsreform, die im Herbst 2018 in Kraft tritt?

Die wesentlichen Eckpunkte sind: Schulautonomie bei der Unterrichtsorganisation und in Personalfragen, die neuen Bildungsdirektionen, administratives Assistenzpersonal. Wir haben es also mit einer Schulorganisationsreform zu tun. Es ist merkwürdig, dass unter dem Titel Bildung gerade nicht über Bildung geredet wird.

Was halten Sie von den Deutschklassen?

Ich bin gespannt, wie sie organisiert werden. In vielen Schulen müssten praktisch ganze Klassen zu Deutschklassen werden. Darin fehlen auch deutsche Sprachvorbilder. Hat das Lehrpersonal die Ausbildung „Deutsch als Fremdsprache“? Für mich sind da noch viele Fragen offen.

Seit wann sind Sprachkenntnisse ein Problem?

Man kann die Dinge problemorientiert angehen oder lösungsorientiert. Die Kenntnis anderer Sprachen als Deutsch ist natürlich eine Kompetenz, kein Problem. Es wird nie wieder so einfach sein wie in der Schule, diese Kompetenz zu fördern.

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Sollen die Kinder nicht so rasch wie möglich Deutsch lernen?

Sollen sie, aber das eine schließt das andere ja nicht aus. Wer eine Sprache gut beherrscht, lernt die nächste leichter.

Nur sehe ich im Regierungsprogramm kein Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit. Dabei kenne ich keinen Unternehmer, dem es lieber ist, dass seine Mitarbeiter weniger statt mehr Sprachen beherrschen. Andererseits: Der Bildungsminister ist ein kluger Mann, er wird die Dinge umsichtig angehen.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Ihren Lernprogrammen?

Eine Erfahrung, die jeder macht, der die Programme besucht: Man ist binnen Minuten von den Kindern verhaftet: „Erklär mir das!“ ... „Zeig mir das!“ ...

Die Kinder wollen lernen?

Natürlich! Ich frage mich oft, wann ihnen das wieder ausgetrieben wird ...

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Wie viele Kinder betreut das Rote Kreuz?

Fast 3000, und der weitere Ausbau erfolgt sehr rasch.

Gibt es auch neue Programme?

Ja, das „Camp Litz“ am Attersee im August ist ein Pilotprojekt für 20 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Unsere neue „Aus Liebe zum Menschen-Stiftung“ macht es möglich.

Haben Kinder Lust, in den Sommerferien zu lernen?

Sie werden gar nicht merken, dass sie lernen. Die Erweiterung der Sprachkenntnisse erfolgt im Alltag für den Alltag. Der Spracherwerb läuft bei den Aktivitäten, denen sie im „Erlebnishaus“ am Attersee nachgehen werden, einfach mit.

Aber selbst zehn dieser Camps würden nicht mehr als 200 Kinder erreichen ...

Vielleicht 300, immer noch bloß einen Bruchteil derer, die Hilfe benötigen. Aber man darf zwei Punkte nicht vergessen: Die ÖRK-Lernprogramme können immer nur ein Add-on sein. Wenn Sie alle zivilgesellschaftlichen Lernaktivitäten inklusive der Stiftungen in Deutschland beziffern, dann könnten Sie damit das öffentliche Bildungssystem drei Tage lang finanzieren. Das rückt die Dimensionen zurecht.

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Und der zweite Punkt?

„Lebenswege ändern“ lautet unser Motto. Es geht auch darum, dass die Kinder einen Alltag erleben, den sie zu Hause nicht erleben. Es geht darum, einen Anstoß zu geben, um einen Perspektivenwechsel, um Soziales, um Integratives, nicht nur um Sprache. Wenn die Kinder erkennen, dass sich durch Deutschlernen und später durch Bildung neue Welten eröffnen, dann haben alle gewonnen.

Das werden Sie nicht bei jedem Kind erreichen.

Nein, aber mit diesem Argument können Sie auch fragen: Gehören die Museen, die Galerien, die Opern zugesperrt? Die kosten viel, nur wenige gehen hin, und bei noch weniger Menschen löst ein Besuch außer Hunger etwas aus. All diese Orte sind nur Möglichkeiten zur Veränderung von Per­spektiven, zur Erweiterung des Horizonts. Genauso können auch wir den Kindern nur ein Umfeld bieten, in dem sie sich die Kulturtechniken für spätere Bildung möglichst gerne aneignen. Das allerdings möchten wir so gut machen, wie wir nur können.

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Andrea feierte 2017 ihren 50. Geburtstag mit ihrer Familie und Freunden. Dass sie diesen Tag überhaupt erleben durfte, war nicht selbstverständlich. Mehr als eineinhalb Jahre kämpfte sie gegen eine schwere Krankheit. Zuerst handelte es sich nur um einen routinemäßigen Eingriff. Jedoch musste sie zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen, durch die sie noch heute sehr geschwächt ist.

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Ihre Zukunft sieht Andrea trotz allem positiv. Langsam, Schritt für Schritt, erlernt sie wieder alltägliche Dinge wie einkaufen gehen und kochen. Irgendwann will sie ihren Beruf als Telefonistin wieder aufnehmen und ihrem Hobby, dem Schreiben von Kurzgeschichten, nachgehen. „Es sind die vielen kleinen Dinge, die mich stützen. Die Besuche meiner Familie im Krankenhaus, die Kraft, die mir meine Freundin Gabi gibt, mein Bruder Robi und seine zwei Kinder, die mich in jeder Situation unterstützen und mich zum Lachen bringen“, sagt Andrea.

Obwohl sie noch nicht sehr mobil ist, versucht sie mit vielen Freunden in Kontakt zu bleiben. Ihr wichtigstes Kommunikationsmittel sind dabei die Sozialen Medien. Auf Facebook erzählt sie gerne, wie es ihr in den vergangenen 18 Monaten ergangen ist. Damit möchte sie auch auf das Thema Blutspenden aufmerksam machen. „Es gibt vieles, für das ich heute sehr dankbar bin – und dazu gehören die Blutspender, deren Konserven ich bekommen und die mich dadurch am Leben erhalten haben.“

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Leben zu retten ist die Hauptmotivation von Blutspendern. Martina ist eine von ihnen. Zwei Mal pro Jahr lässt sie sich einen knappen halben Liter Blut abnehmen, um damit kranken oder verletzten Menschen zu helfen. Diesmal hat sie ihre Freundin Annemarie mitgenommen. „Blut spenden tut nicht weh, aber beim ersten Mal ist jeder nervös“, erklärt sie Annemarie, die noch nie gespendet hat. „Zu zweit ist das viel leichter, wir motivieren uns gegenseitig. Die Spende dauert höchstens acht Minuten. Mit meinem Blutspendeausweis kann ich mir einen vorausgefüllten Fragebogen ausdrucken lassen. Das spart Zeit.“

SMS mit Wirkung

In Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, in Oberösterreich und in Kärnten erhalten Blutspender ein SMS, sobald ihre Blutkonserve an ein Krankenhaus ausgeliefert worden ist. „Als ich im Vorjahr zum ersten Mal diese Nachricht auf meinem Handy gelesen habe, ist es mir kalt über den Rücken gelaufen – Gänsehaut pur“, sagt Martina. „Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man liest, dass man mit seiner Blutspende einem anderen Menschen helfen konnte.“
Viele Spender würden sich wünschen, den Empfänger ihres Blutes kennenzulernen. Das ist datenschutzrechtlich jedoch nicht erlaubt. „Beim Blutspenden geht es darum, dass sich Menschen für andere verantwortlich fühlen und engagieren“, meint Martina. Sie weiß, dass jede Blutspende zählt, egal von wem sie kommt oder um welche Blutgruppe es sich handelt. Die SMS sowie viele Geschichten von Blutspendern und Empfängern auf Social-Media-Plattformen kommen gut an.

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Um den Spendern zu vermitteln, dass sie einen wichtigen Beitrag leisten, und um sie zu motivieren, wiederzukommen, setzen die Blutspendedienste mehr und mehr auf IT-basierte Kommunikationstechnologien und den Einsatz von Social Media. Blutspendeaktionen als Veranstaltungen auf Facebook-Seiten zu posten, online zum Blutspenden aufzurufen, Videos mit Geschichten von Patienten auf YouTube zu veröffentlichen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Vorteil: Blutspender und Empfänger von Blutkonserven können ihre Erlebnisse posten und werden so Teil einer großen Community.
Der steirische Blutspendedienst setzt seit 2017 auf den Nachrichtendienst „WhatsApp“. Wöchentlich werden Nachrichten mit aktuellen Blutspendeterminen, Informationen und Neuigkeiten zu den Tätigkeiten des Roten Kreuzes an die User geschickt. Mittlerweile haben sich 2.478 Steirer registriert, Tendenz steigend.

Blut kann nicht künstlich hergestellt werden

Die Blutspendedienste sind nicht nur im Kommunikationsbereich gefordert, auf dem neuesten Stand zu bleiben – egal ob in Bezug auf Logistik, Labordiagnostik, im Bereich der Blutabnahme sowie der Produktion von Blutkonserven. Bis heute ist es nicht gelungen, künstliches Blut herzustellen. Deshalb geht Martina weiterhin regelmäßig spenden. Heute hat sie Annemarie als neue Spenderin gewonnen. Zufrieden sitzen die beiden im Blutspendercafé bei Würsteln und Apfelsaft und posten ein gemeinsames Foto auf Facebook, damit ihre Freunde ebenfalls auf das Thema aufmerksam werden und sich in den Kreis der Blutspender einreihen.

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Donnerstagabend in Floridsdorf. Draußen Vorstadt-Tristesse zwischen Tankstelle und Möbelhaus, drinnen ein Hauch von Atomunfall zwischen Regalen mit schwerem Gerät. Eine Gruppe Freiwilliger hat sich im Katastrophenlager des Wiener Roten Kreuzes eingefunden, um über die Wirkung von Strahlung auf den menschlichen Körper zu sprechen. Der biologische Schaden, den Strahlen anrichten, wird in Sievert gemessen. Bei einem Sievert tritt die Strahlenkrankheit auf. Bei vier Sievert fallen die Haare aus. Ab sieben Sievert ist die Dosis tödlich.

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Eine konkrete Bedrohung scheint weit weg, aber bloß eine gruselige Plauderstunde ist das Monatstreffen trotzdem nicht. „Die To-do-Liste ist lang“, begrüßt der Kommandant, Stefan Schönhacker, die 15 Teilnehmer. Es gilt die Ausrüstung zu überprüfen: die Plastikpäckchen mit den Schutzanzügen, die sensiblen Messgeräte. Alles hat seinen Platz und muss genau beschriftet sein. Denn wenn die Bereitschaft CBRN-Schutz – die Abkürzung steht für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear – doch einmal gebraucht wird, muss jeder Handgriff sitzen.

„Wir alle strahlen“

Schönhacker und seine Leute reden in den relevanten Gremien der Rotkreuz-Bewegung mit, stehen für internationale Einsätze bereit und unterstützen andere nationale Rotkreuzgesellschaften bei der Vorbereitung auf mögliche Gefahren. Das Rote Kreuz redet nicht nur von einer sicheren Welt sondern tut auch etwas. Dank der Unterstützung durch engagierte Freiwillige stehen Schutzeinheiten bereit. Aber wie groß ist die Gefahr tatsächlich?

Zunächst ist zu sagen: Wir alle strahlen. Jeder Körper gibt Strahlung ab, wer viel Muskelmasse hat, sogar mehr, weil darin Kalium eingelagert ist. Auch die Erde strahlt, besonders im Waldviertel: Die Gesteinsformationen dort haben das an sich. Aber mit der nuklearen Strahlung, die aus der Spaltung oder Fusion von Atomen resultiert, ist es so eine Sache.

Was, wenn ein Atomkraftwerk in der Nähe der Grenze explodieren würde?


 Dieses Szenario werde extrem emotional wahrgenommen, sagt Schönhacker, ganz die Ruhe selbst. Evakuierungen wären laut den Notfallplänen nicht nötig. „Wir würden möglicherweise einen Aufenthalt in Gebäuden bis zu 48 Stunden brauchen, in besonders betroffenen Gebieten kämen Kaliumjodid-Tabletten zum Einsatz. Weitere Maßnahmen, etwa in der Landwirtschaft, und eine strenge Kontrolle der Lebensmittel auf Radioaktivität würden die Spätfolgen möglichst gering halten.“

Mehr Sorgen bereitet ihm, dass die USA und Russland ihr Atomwaffenarsenal modernisieren wollen. „Wir müssen diese Bomben loswerden“, sagt dazu Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum. „Wenn sie explodieren, töten sie ausnahmslos jeden, egal ob Soldaten oder Zivilisten. Deshalb unterstützen wir die Bemühungen zur Abschaffung von Atomwaffen.“ Für den Fall einer Nuklearexplosion seien weder Österreich noch die Rotkreuz-Bewegung vorbereitet, warnt Schönhacker: „Es wäre besser, wir hätten einen Plan.“

Vorbereitung auf den Tag X

Der Strahlenschutz in Österreich entstand Anfang der 1960er-Jahre, als die Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung im Kalten Krieg groß wie nie war. Das Innenministerium gründete eine Zivilschutzschule und rüstete Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz mit Strahlenmessgeräten aus. Die Rotkreuz-Landesverbände Wien, Niederösterreich und Oberösterreich gründeten Bereitschaftstrupps. Auch nach einem Kernwaffenangriff sollte es möglich sein, den Rettungsdienst aufrechtzuerhalten, Patienten zu versorgen und Dekontaminations- oder Messeinsätze durchzuführen.
In der Praxis waren Bereitschaftseinheiten nach dem Atomunfall von Tschernobyl aktiv, um etwa Fahrzeuge „freizumessen“. Zwischenfälle mit chemischen oder biologischen Stoffen gibt es immer wieder, aber solche Gefahrgutunfälle sind selten. Also heißt es üben, üben und nochmals üben, um am Tag X bereit zu sein. Zweimal im Jahr rückt Schönhackers Truppe übers Wochenende aus, lebt im Feld und trainiert die Abläufe. Bei Großveranstaltungen, wie bei der Fußball-EM 2008, werden Dekontaminationseinheiten in Bereitschaft versetzt – falls es einen Anschlag mit gefährlichen Stoffen geben sollte.

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Schutz der Rotkreuz-Mitarbeiter

In manchen Bereichen ist die Praxisrelevanz allerdings
hoch. Zum Beispiel, wenn es bei internationalen Einsätzen um die Behandlung von hochansteckenden Patienten geht. 2015 wurden Delegierte geschult, bevor sie in den Ebola-Einsatz nach Westafrika gingen. „Wir haben mit den Kollegen trainiert, wie man einen Schutzanzug richtig an- und auszieht. Zum Glück erfolgreich.“ Auch wenn chemische Kampfstoffe eingesetzt werden, wie in Syrien, ist der Schutz des Rotkreuz-Personals ein Thema.
Global sei die Gefahr durch CBRN-Bedrohungen schwer einzuschätzen, sagt Schönhacker. Und in Österreich? „Kommt auf das Szenario an. Aber letztlich ist die Gefahr bei uns gleichbleibend gering. Wir leben in einem sehr sicheren Umfeld.“ Und wenn doch einmal etwas passieren sollte? „Dann wären wir da.“

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Notdürftig errichtete Hütten, mit schwarzen Plastikplanen abgedeckt und dicht an dicht gedrängt, so weit das Auge reicht. Dazwischen ein Labyrinth aus Lehmwegen, das sich kilometerweit über das hügelige, von kleinen Bächen durchzogene Gelände erstreckt. Es ist laut, heiß und eng. Bis vor einigen Monaten war das der Arbeitsplatz von Georg Ecker. Er ist WASH-Experte beim Österreichischen Roten Kreuz.


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WASH steht für Water, Sanitation, Hygiene – also Wasser und Siedlungshygiene – und ist einer der Schwerpunkte in der internationalen Zusammenarbeit.

Rund eine Million Menschen leben hier im größten Flüchtlingscamp der Welt im Süden Bangladeschs. Täglich werden es mehr. Sie flüchten vor Gewalt und Verfolgung; die meisten kommen aus dem benachbarten Myanmar, viele sind seit Monaten, manche schon seit zwanzig Jahren da.

Nicht nur Wasseraufbereitung

Diese Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen und die Hygienesituation zu verbessern ist die Aufgabe von Georg Ecker und seinen Rotkreuz-Kollegen. Gemeinsam stellen internationale Teams der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sicher, dass die dringend benötigte Hilfe auch in den entlegenen Gebieten des Camps ankommt.

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„Im WASH-Bereich helfen wir an vorderster Front, was die grundlegenden Bedürfnisse der Campbewohner betrifft“, erklärt der 56-jährige Biologe, der schon vor seiner Tätigkeit beim Österreichischen Roten Kreuz mehrmals im internationalen Katastropheneinsatz war.

Die hygienische Situation im Camp ist schwierig, durch den akuten Platzmangel und die dichte Bebauung ist das Grundwasser verunreinigt. Die Folgen sind Haut-, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. „Da teilen sich 20 Personen eine Latrine. Zwei Meter daneben wird Wasser aus dem Boden gepumpt – das muss man sich vorstellen“, berichtet er.

Um die Lage der Campbewohner zu verbessern, verteilen die Rotkreuz-Helfer Hygienepakete und Tabletten für die Wasseraufbereitung, machen Hygieneschulungen, bauen Latrinen, Duschen und kümmern sich um die Abfall- und Abwasserentsorgung. Ein großes Aufgabengebiet. „Früher haben wir uns nur auf die Wasseraufbereitung konzentriert“, erinnert sich Ecker. „Im WASH-Bereich hat es ein starkes Umdenken in der humanitären Hilfe gegeben. Jetzt sehen wir den gesamten Kreislauf und versuchen möglichst früh, Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser zu vermeiden.“

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Zu den zentralen Aufgaben im Camp zählt daher auch die Entsorgung der Fäkalien. „Im Camp ist kein Platz. Wir können nicht einfach volle Latrinen zuschütten und daneben neue bauen“, erklärt Ecker. Stattdessen werden die Latrinen ausgepumpt, der Inhalt wird zur Kläranlage transportiert und dort aufbereitet.

Keine leichte Aufgabe. Denn das Camp erstreckt sich über viele Kilometer in einem ehemaligen Naturschutzgebiet und ist unzugänglich. Alleine um in die vom Roten Kreuz und Roten Halbmond betreuten Abschnitte zu gelangen, sind Fußwege von ein bis zwei Stunden nötig. „Die größte Herausforderung ist, die Leute zu erreichen. Alles, was du rein- oder rausbringen willst, muss geschleppt werden“, erzählt Georg Ecker.

Wichtig ist es auch, gemeinsam mit den Campbewohnern nach Lösungen zu suchen, um die sanitäre Infrastruktur zu verbessern. Oft sind es kleine Dinge wie Reinigungsmaterial für die Latrinen oder Tongefäße und Kanister zum Wasserholen, die zur Verfügung gestellt werden – doch die machen einen großen Unterschied und geben den Menschen Würde und Selbstbestimmung zurück.

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Unter den Dingen, die ins Camp gebracht werden, ist bald auch ein vom Österreichischen Roten Kreuz mit der Universität für Bodenkultur in Tulln entwickeltes mobiles Labor, das für die Analyse des Fäkalschlamms benötigt wird. „Wo wir arbeiten, gibt es keine Infrastruktur“, erzählt Ecker. Das neu entwickelte Labor ist an diese speziellen Anforderungen angepasst. Von der Petrischale bis zu den Messgeräten passt das gesamte Equipment in wenige Kisten – ein großer Vorteil für den Transport. Damit das Labor unter Extrembedingungen funktioniert, ist es einfach aufgebaut und durch Solar- und Windenergie vom Stromnetz unabhängig. Ein mit einem Bunsenbrenner betriebener Camping-Backofen ersetzt zum Beispiel teure Trockenschränke, die sonst in den Labors verwendet werden.

Wichtige Ergebnisse kommen aus dem Suppentopf, wie Ecker erklärt: „Für die Analyse müssen manche Proben über einen längeren Zeitraum einer konstant hohen Temperatur ausgesetzt werden. Im mobilen Labor verwenden wir dazu einfach einen mit Sand gefüllten Suppentopf, den wir auf einem Campingkocher erwärmen. Sand hat den Vorteil, dass er Wärme gut speichert.“


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Das mobile Labor wurde bereits in Malawi getestet. Als Nächstes ist ein Einsatz in Bangladesch vorgesehen. Ein wichtiges Element ist, dass dabei österreichische Delegierte ihr Know-how an lokale Kollegen weitergeben. Für Georg Ecker geht es weiter zum nächsten Einsatz – diesmal nach Syrien.

Die österreichischen WASH-Spezialisten sind in den internationalen Hilfsteams sehr gefragt.

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Berufsschule für Lebensmittel, Touristik und Zahntechnik, Wien, Längenfeldgasse. Normalerweise dreht sich in der Ausbildung zur zahnärztlichen Fachassistentin alles um Zahnmedizin und Mundhygiene: Am Gang steht ein übergroßer weißer Backenzahn. Vor dem Klassenraum befindet sich eine Übungspraxis mit Behandlungssessel und blitzenden Instrumenten. „Ein schönes Lächeln hält ein Leben lang“ – steht auf einem Plakat.

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Doch an diesem Vormittag ist Günter Stummer vom Roten Kreuz zu Besuch, um über Migration, Menschen auf der Flucht und das humanitäre Völkerrecht zu sprechen. Auf einem Bild seiner Präsentation ist die Explosion einer Fassbombe in Syrien zu sehen. Eine dunkle Rauchsäule steigt zwischen den Häusern in den Himmel. Trümmer fliegen durch die Luft. Die Menschen im Vordergrund zeigen kaum eine Reaktion, wenden bloß den Kopf, um zu sehen, was da los ist. „Warum rennen die nicht?“, fragt eine der 30 jungen Frauen. Die meisten haben Migrationshintergrund, einige tragen ein Kopftuch. „Sie haben sich wohl an den Anblick gewöhnt“, sagt Stummer, der selbst oft in Krisenregionen unterwegs war und nun als Vortragender sein Wissen weitergibt.

Regeln für den Krieg

 Die Menschen in Syrien sind genauso wie du und ich, vermittelt er. Menschen – Zivilisten – haben ein Recht auf Schutz im Krieg. Auch dafür muss es Regeln geben. Und wenn sie flüchten müssen, genießen sie bestimmte Rechte. Es ist Hintergrundwissen, das im Getöse öffentlicher Debatten oft untergeht. Es sind Informationen, die die Jugendlichen oft zum ersten Mal hören. So manches Vorurteil gerät bereits dadurch ins Wanken, so manche radikale Ansicht wird vielleicht relativiert.

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Wie alles begann

Stummer kommt auf Einladung der Lehrer im Auftrag des Jugendrotkreuzes in die Klassen. Seit 2014 – damals begann die Organisation „Islamischer Staat“ eine Anziehungskraft auf Jugendliche zu entwickeln – hat er 346 Workshops vor 6.940 Schülern gehalten. An Berufsschulen, Neuen Mittelschulen oder Gymnasien. Nach wie vor ist das humanitäre Völkerrecht eine topaktuelle Materie.

Zu Beginn blicken die Mädchen neugierig auf den Mann im roten Pulli. „Wisst ihr, was das Rote Kreuz macht?“, fragt Stummer in die Runde. Schweigen. „Freiwillig!“, sagt eines der Mädchen. „Rettung“, eine andere. Dann erfahren sie, wie alles begann. Dass der Schweizer Kaufmann Henry Dunant im 19. Jahrhundert zufällig am Gardasee vorbeikam, um Geschäfte mit Napoleon III. zu machen, und die verwundeten Soldaten der Schlacht von Solferino sah, um die sich niemand kümmerte.

Die Genfer Konventionen, die Regeln für Hilfe im Krieg, die damals festgeschrieben wurden, und wie alles weiterging: Die Theorie ist etwas trocken. Bei den praktischen Beispielen wächst das Interesse der Schülerinnen. „Was würdet ihr auf jeden Fall mitnehmen, wenn ihr sofort fliehen müsstet?“, fragt Stummer. „Das Handy“, sagen zwei Mädchen fast gleichzeitig.

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Eine besonders eifrige Teilnehmerin ist Sandra Mourkos. Ihre Eltern stammen aus Ägypten. „Die Präsentation interessiert mich“, sagt die 18-Jährige. „Es gibt in Österreich viele Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Man hört oft, dass die mehr als wir bekommen und Handys haben und so weiter. Aber die haben vorher oft genauso gelebt wie wir.“ Ihre Antwort auf die Frage, was all die Informationen über Krieg, Flucht und das humanitäre Völkerrecht mit ihrem künftigen Job als zahnärztliche Fachassistentin zu tun hätten, ist verblüffend einfach: „Wir müssen jeden behandeln, egal woher er kommt. Mensch ist Mensch, da sollte es keine Vorurteile geben.“

Mit Fakten überzeugen

Beim Faktencheck zum Thema Asyl gibt es erstaunte Gesichter. Mit wie viel Geld müssen Asylwerber auskommen? Wenn sie Quartier und Verpflegung erhalten, sind es 50 Euro Taschengeld im Monat – womit auch die Deutschkurse bezahlt werden sollten, zu denen sie der Staat verpflichtet. „Wie soll das gehen?“, fragt ein Mädchen. „Wie viele Flüchtlinge, glaubt ihr, gibt es in Österreich?“, will Stummer wissen. Die genannten Zahlen reichen von einer bis zu fünf Millionen. Es sind knapp 60.000, erklärt er. Der Libanon habe im Vergleich dazu 1,4 Millionen Flüchtlinge im Land, sei aber nur halb so groß wie Niederösterreich.

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Es sind Fakten wie diese, die auf Interesse stoßen. „Mit neutralen Informationen wollen wir den jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich ihr eigenes Bild zu machen“, sagt Stummer. „Insgesamt sind die Jugendlichen kritisch eingestellt, aber das Verständnis für die Lebensrealität von Asylwerbern und Migranten ist größer als vor ein paar Jahren.“ In den meisten seiner Workshops habe es Aha-Erlebnisse gegeben. „Oft höre ich auch die Frage, wer denn die Fremdengesetze überhaupt macht und wie das eigentlich abläuft.“

Julia Botez, 19, stammt aus Rumänien und hat in der Ausbildung selbst mit vielen Migranten zu tun. „Ich hatte eine Patientin, die war 12 Jahre alt“, erzählt sie. „Wir brauchten einen Dolmetscher, um sie zu behandeln. Das war nicht einfach.“

Im Gegensatz zu manchem Asylwerber, der zum Nichtstun verdammt ist und nichts arbeiten darf, strotzen die jungen Damen vor Tatendrang. Julia will später Medizin studieren. Auch zur Abschiebepraxis in Österreich kommen noch Fragen. Ob es da kein Mittel gebe, wenn gut integrierte Menschen plötzlich weg müssen, obwohl ihr Verfahren auf Bleiberecht kurz vor dem Abschluss steht. „Da können wir nichts machen“, sagt Stummer. „Als Rotes Kreuz können wir nur an die Menschlichkeit appellieren.“

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